Vier Phasen der Trauer

An alles gedacht?

Vier Phasen der Trauer

Der Tod bringt die Hinterbliebenen in eine emotionale Ausnahmesituation. Ein Trauerprozess braucht Zeit.

Die Teilnahme an der Beerdigung ist ein wichtiger Bestandteil der Trauerbewältigung. Foto: Paul Glaser

15.11.2025

Der Abschied von einem Verstorbenen ist nicht leicht. Bei der Abschiednahme handelt es sich um einen Prozess, in dem sich Angehörige sowohl mit Leben als auch Tod eines Verstorbenen bewusst auseinandersetzen. Trauernde erinnern sich an schöne Momente mit dem Verstorbenen, werden sich aber auch dessen Tod bewusst. Beides gehört zum Trauerprozess und zur Trauerbewältigung, die dazu führen, dass Hinterbliebene ihre Trauer verarbeiten und den Tod eines geliebten Menschen akzeptieren können.

Die Trauer ändert sich mit der Zeit

Ein wichtiger Teil der bewussten Auseinandersetzung mit dem Tod des Verstorbenen ist die Teilnahme an der Trauerfeier und Beerdigung. Beides macht Trauernden bewusst, dass der Verstorbene aus dem Leben geschieden ist. Gleichzeitig bieten die Trauerfeier und die Bestattung des Verstorbenen einen Rahmen, in dem man gemeinsam mit der Trauergemeinde vom Verstorbenen würdevoll Abschied nehmen kann. Um den Trauerprozess zu verstehen, hilft das 4-Phasen-der-Trauer-Modell der Schweizer Psychologin Verena Kast. Es verdeutlicht, welche Gefühle der Tod eines geliebten Menschen in Trauernden auslöst.

1. Nicht-Wahrhaben-Wollen

In dieser Phase stehen Angehörige oft unter Schock und wollen den Tod des Verstorbenen nicht wahrhaben. Manchmal wird der Todesfall sogar geleugnet.

2. Aufbrechende Emotionen

Gefühlsausbrüche überkommen Trauernde in dieser Phase. Wut, Schmerz, Zorn aber auch Schuldgefühle können in Hinterbliebenen aufkommen.

3. Suchen und Sich-Trennen

Nach der Phase der Aufbrechenden Emotionen beginnt die Trauerarbeit und die Auseinandersetzung mit dem Tod des Verstorbenen. Oft werden dafür Orte der Erinnerung aufgesucht.

4. Neuer Selbst- und Weltbezug

In der abschließen den Phase des Trauerprozesses finden Trauernde letztendlich ihren inneren Frieden. Sie nehmen Abschied vom Verstorbenen, fassen wieder Lebensmut und widmen sich neuen Lebensaufgaben. Der Schmerz über den Verlust des Verstorbenen tritt immer mehr in den Hintergrund, doch die Erinnerung an den geliebten Menschen bleibt bestehen. pm Bundesverband Deutscher Bestatter