Der letzte Fußabdruck

Analles gedacht?

Der letzte Fußabdruck

Nachhaltigkeit: Das Bestattungswesen ist längst auf dem Weg in die Zukunft.

Das Angebot für umweltbewusste Optionen ist umfangreich. Foto: Corri Seizinger/istockphoto.com/akz-o

04.05.2026

Wenn jemand im Supermarkt auf Bio-Siegel achtet, häufig das Fahrrad statt des Autos nutzt und sich gerne in der Natur aufhält, zeigt das ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Auch das Lebensende kann entsprechend umweltbewusst gestaltet werden. Doch worauf sollten Angehörige achten, wenn sie sich eine nachhaltige Bestattung wünschen? Welche Fragen lassen sich vorab mit dem Bestattungsunternehmen klären? 

Aufs Detail kommt es an

Das Angebot für umweltbewusste Optionen ist auch im Bestattungswesen längst angekommen. Die erste große Entscheidung: Erd- oder Feuerbestattung? Die Kremation in ihrer Umweltfreundlichkeit zu bewerten, ist komplexer als man denkt. Sie ist nicht unbedingt umweltschädlicher. Aufgrund neuester hocheffizienter Technologien in Krematorien ist heute auch die Feuerbestattung kaum noch emissionsbelastet. Auch bei der Beisetzung kommt es aufs Detail an. Urnen können inzwischen aus biologisch abbaubaren Materialien gefertigt werden. Die Nutzung von Spänen, Heu oder Stroh statt Sargmatratzen aus Polyester sowie die Auswahl des Sarges aus heimischer, nachhaltiger Forstwirtschaft sind ebenso entscheidend wie später die biodiverse Grabbepflanzung. Auch ein wertschätzendes Arbeitsumfeld und gut ausgebildetes, geschultes, qualifiziertes Personal sind unumgänglich für Nachhaltigkeit.

Bewusstsein schaffen

Bestatterinnen und Bestatter reflektieren beständig ihre Praktiken und bilden sich fort, um mit der Zeit zu gehen. Vermehrt bemühen sich Bestattungsunternehmen, Informationen zur Verfügung zu stellen und Angebote zu erweitern. Das Bewusstsein für die nachhaltigen Möglichkeiten bei der Bevölkerung zu wecken ist die entscheidendste Maßnahme und die größte Herausforderung. Das Bestattungsunternehmen vor Ort kann die Angehörigen zu den jeweiligen Wünschen, ob besonders ökologisch oder nicht, beraten. 

Persönliche Wünsche gehen vor

Dabei darf Nachhaltigkeit kein Dogma werden. Eine Bestattung ist für Angehörige ein Weg, um Trauer zu bewältigen. Wer Abschied am Sarg von der Mutter in ihrer liebsten Polyesterbluse nehmen möchte, wird das auch können. Das Wichtigste bleibt, dass Angehörige nachhaltig in der Trauer begleitet und beraten werden. Auf ihre individuellen Wünsche kommt es an.

Nachhaltigkeit ist keine Schwarz-Weiß-Angelegenheit. Das Bestattungswesen ist jedenfalls längst auf dem Weg in die Zukunft. akz

Mehr Infos unter www.bestatter.de/oder beim Bestattungsunternehmen vor Ort.

Checkliste hilft

Sozialbestattung

Wenn Angehörige finanziell in einer schwierigen Lage sind, können die Bestattungskosten durch das Sozialamt übernommen werden. Was man bei einer Sozialbestattung im Blick haben sollte:
• Wünsche der Verstorbenen (zum Beispiel: Wird eine Erd- oder Feuerbestattung bevorzugt)?
• Sozialamt informieren: möglichst frühzeitig (am besten noch vor dem Bestattungsauftrag) mit dem zuständigen Sozialamt sprechen, um Unklarheiten und Konflikte zu vermeiden.
• Bestattungsunternehmen informieren: dem Bestatter klarmachen, dass er sich im Rahmen dessen bewegen soll, was vom Sozialamt übernommen wird.
• Benötigte Unterlagen: möglichst alle Unterlagen bereithalten, die über die finanzielle Situation Auskunft geben (Kontoauszüge, Einkommensbescheide, Mietverträge, Bescheide/Nachweise über staatliche Unterstützung u.ä.).
• Antrag einreichen: nicht vergessen, den Antrag auf Kostenübernahme auch schriftlich einzureichen.
aeternitas/cr