Kennst du das?
Du bist gerade mal wieder unterwegs, genießt für fünf Minuten einen Kaffee to go, dein Kind im Kindergartenalter hüpft fröhlich neben dir her, denkt laut und lebt noch in der schönen Welt der Filterfreiheit. Und dann, in Dolby Surround-Lautstärke, direkt aus dem Herzen deines Kindes:
„Mamaaa, warum hat der Mann da einen sooo dicken Bauch?“
Die Zeit steht still. Die Umstehenden schauen. Der besagte Herr hat es auch gehört. Du wirst rot. Dein Kind schaut dich mit großen Augen an, voller echter Neugier. Du überlegst, ob ein spontanes Versteckspiel hinter dem nächsten Straßenbaum sozial akzeptabel wäre. Willkommen im Elternrealitäts-TV.


Blick ins Fernrohr - Gelassen bleiben bei kleinen Lautsprechern
1. Erst atmen, dann reagieren
Dein innerer Fluchtinstinkt ist menschlich. Aber: Diese Situationen sind der Mount Everest der Erziehung. Also: tief durchatmen. Und denk dran – dein Kindergartenkind will niemandem schaden. Es beobachtet, stellt Fragen. Es ist ehrlich. Vielleicht brutal ehrlich. Aber ehrlich.
2. Die Sache mit der kindlichen Perspektive
Kinder in diesem Alter leben in einer Welt ohne Filter. Sie sagen, was sie sehen. Keine Bosheit, nur Neugier. Wenn du das verstehst, kannst du mit mehr Herz und weniger Scham reagieren.
3. Nicht peinlich, sondern lehrreich
„Weißt du, jeder Mensch sieht anders aus. Manche sind groß, manche klein, manche haben einen dickeren Bauch. Und das ist auch gut so.“ Damit vermittelst du Respekt und Vielfalt – ganz nebenbei. Und rettest euch elegant aus der Situation.
4. Humor als Superkraft
Ein liebevoller, kleiner Lacher wirkt Wunder: „Na, du bist heute aber ganz schön neugierig, hm?“ Mit einem Augenzwinkern entschärfst du die Lage und nimmst dem Moment den sozialen Sprengstoff.
5. Danach im geschützten Rahmen erklären
Später, wenn ihr allein seid: Zeit für den Gesprächskompass. Warum man Menschen nicht auf ihr Aussehen anspricht, dass Fragen toll sind, aber manchmal ein bisschen leiser gestellt werden dürfen. Ganz ohne Scham.
Schatzkiste für schlagfertige Eltern
Erkenne die Unschuld hinter der Frage. Dein Kind ist ein kleiner Forscher mit großen Augen.
Gib deinem Kind Sprache für Vielfalt. Heute dicke Bäuche, morgen unterschiedliche Hautfarben oder Behinderungen.
Dein Humor ist deine Rettungsleine. Auch wenn dir innerlich der Schweiß ausbricht.
Und wenn du wieder am See sitzt, die Füße im Wasser, denk daran: Es sind genau diese Momente, die das Elternsein so einzigartig machen. Peinlich-schön. Zum Augenrollen. Zum Lachen. Und irgendwann: zum Weitererzählen.