Kennst du das?
Du rufst freundlich „Guten Morgen!“ ins Zimmer deines Teenagers, bekommst ein undefinierbares Grunzen zurück – oder, wenn du Glück hast, ein Augenrollen deluxe. Der Frühstückstisch ist gedeckt, aber dein Kind läuft mit Kopfhörern dran vorbei, als wärst du Teil der Wand. Ein kurzer Stopp, um den Lieblingspulli aus der Wäsche zu fischen. Dann: Zimmertür zu. Zack. Willkommen im 24/7-Service-Betrieb mit emotionalem All-inclusive. Und da sitzt du nun, mit deiner liebevoll geschmierten Pausenstulle und fragst dich: War das mal mein kuscheliges, schnatterndes Grundschulkind? Bin ich jetzt nur noch die Rezeption?
Blick ins Fernrohr – Was wirklich hinter dem Pubertäts-Drama steckt

1. Abnabelung deluxe
Pubertät ist wie eine Baustelle mit schlechter Beschilderung. Alles wird umgebaut, innen wie außen. Die Stimmung schwankt zwischen „Ich will allein sein!“ und „Warum fragt mich keiner, wie‘s mir geht?!“
2. Identitätssuche im Jogginganzug
Das ständige Ausprobieren und Abgrenzen ist kein Angriff auf dich – sondern auf der Landkarte des Erwachsenwerdens einfach die nächste Etappe. Du bist der Heimathafen, auch wenn gerade Funkstille herrscht.
3. Kommunikation in Emojis
Reden ist out, Augenrollen ist in. Aber Achtung: Was wie Desinteresse wirkt, ist oft Unsicherheit. Dein Teenie braucht dich – gerade dann, wenn er dich am lautesten wegschiebt.
4. Grenzen setzen ohne Grenzkrieg
Es geht nicht darum, alles durchgehen zu lassen. Aber Regeln mit Respekt, Klarheit und einer Prise Humor bleiben hängen. Niemand möchte im Hotel wohnen, in dem die Rezeption anschreit.
5. Kleine Gesten, große Wirkung
Ein Zettel am Spiegel. Ein Lieblingssnack im Kühlschrank. Ein Schulterklopfen ohne Worte. Liebe findet immer einen Weg – auch durch zugeknallte Türen.
Schatzkiste für Eltern im emotionalen Hotelbetrieb
- Atme durch. Es ist nur eine Phase. Eine lange, laute, nervenaufreibende - aber eine Phase.
- Halte Kontakt, auch wenn er einseitig scheint. Jede noch so kleine Geste zählt.
- Pflege dein eigenes Nervenkostüm. Mach Dinge, die dich stärken. Glückliche Eltern bleiben der beste Zimmerservice. Und wenn du wieder am See sitzt, das Handy deines Teenagers im WLAN und dein Herz irgendwo zwischen Genervtsein und Verstehen, dann erinnere dich:
Auch das ist Liebe. Wild. Wandelbar. Wundervoll unperfekt.