Wenn das Kind stirbt

Helfer in schweren Stunden - Rat und Hilfe im Trauerfall

Wenn das Kind stirbt

Versteinert: Der Tod eines Kindes ist unbegreiflich und wirft die Eltern aus der Bahn. Ein Schritt zurück in den Alltag kann die Planung der Beerdigung sein.

Ein erster Schritt bei der Trauerbewältigung kann für viele Eltern darin bestehen, die Beerdigung des Kindes zu planen und zu organisieren. Foto: AdobeStock_LIGHTFIELD STUDIOS

09.03.2026

Wenn Eltern ihr eigenes Kind begraben müssen, ist dies immer eine schreckliche Situation. Der Kreislauf des Lebens wird unausweichlich durcheinandergebracht und niemand, der solch einen Verlust nicht selbst erlebt hat, kann nachvollziehen, wie es den betroffenen Eltern in diesem Augenblick geht. Die tiefe Trauer muss erst einmal verarbeitet werden und gutgemeinte Ratschläge sind häufig weder hilfreich, noch zielführend. Ein erster Schritt bei der Trauerbewältigung kann aber für viele Eltern darin bestehen, die Beerdigung des Kindes zu planen und zu organisieren. Das bietet die Möglichkeit zur Strukturierung des Alltages, welcher vollkommen aus den Fugen geraten ist. Man hat wieder eine Aufgabe (wenn auch nur für kurze Zeit). Und neben all den organisatorischen, logistischen und bürokratischen Aspekten einer Bestattung können die betroffenen Eltern bei der Suche und Gestaltung des „richtigen“ Grabsteines für ihr Kind ein bisschen Trost finden. Den Grabstein als letztes Geschenk für das verstorbene Kind verstehen 

Trost: Den Grabstein als letztes Geschenk sehen

Betrachtet man den Grabstein als letztes Geschenk für das verstorbene Kind, kommen die Suche, Auswahl und Gestaltung des Gedenksteines einem „meditativen“ Ritual nahe und erleichtern somit zumindest den Abschied ein bisschen. Die zentrale Frage, die Eltern sich in diesem Fall stellen sollten, lautet: Was bedeutet uns der Grabstein für unser Kind und was hätte unserer Tochter/ unserem Sohn gefallen? Kindgerechte Grabsteine sollten nicht an den Tod erinnern, sondern an das Leben! Das mag auf den ersten Blick ironisch oder gar zynisch klingen, da das gelebte Leben viel zu früh zu Ende gegangen ist. Aber: Kinder gehen oftmals mit dem Thema „Tod“ ganz anders um, als Erwachsene das tun. Sie haben einen anderen Blick auf die Dinge und bringen an jedem Tag so viel ungetrübte, „echte“ authentische Freude und Licht ins Leben. So haben sie es mehr als verdient, dass man sich auch nach ihrem Tode genau daran erinnert. Deshalb eignen sich vor allem helle, bunt gemaserte Natursteinmaterialien für einen kindgerechten Gedenkstein. 

Was würde unserem Kind gefallen?

Zunächst muss man bedenken: Ein Grabmal für ein Kind ist deutlich kleiner als ein Erwachsenen-Grab. Ein „wuchtiger“ Grabstein oder eine große Grabstele können da schlichtweg fehl am Platze sein. Daher sind kleinere Gedenksteine und Liegesteine deutlich besser geeignet. Die Formen können variieren, je nach Alter und Charakter des verstorbenen Kindes. Die Grabsteinform richtet sich auch danach, wie der Grabstein gestaltet werden soll, d.h. wie viel Platz benötigt wird, um die gewünschte Inschrift und sonstige Gestaltungselemente einzugravieren. Auch dabei sollten sich Eltern immer fragen, was ihnen wichtig ist, was sie mit ihrem verstorbenen Baby oder Kind verbinden oder was ihrem Kind gefallen hätte.

In Würde Abschied nehmen - www.trauer.de

Auch der „schönste“ Grabstein macht das geliebte Kind nicht wieder lebendig. Das kann niemand. Aber dennoch haben die Eltern mit der sorgfältigen und individuellen Auswahl ihres“ ganz besonderen Gedenksteines zumindest die Möglichkeit, in Würde Abschied zu nehmen und können ihrem „kleinen Engel“ ein Geschenk mit auf den letzten Weg geben. pm/cr