Solar senkt die Stromrechnung

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Solar senkt die Stromrechnung

BSW-Studie Milliardeneinsparungen durch Photovoltaik

Dachdecker leisten viel mehr, als nur Dachziegel zu verlegen. Gleichzeitig sind sie Klimaschützer und schaffen reizvolle Ruhezonen, begrünen Flachdächer oder bauen Dachterrassen aus. Und selbst ein künstlerisches Händchen ist in diesem Beruf gefragt, beispielsweise bei der Gestaltung detailreicher Schiefer-Ornamente. Gerade die energetische Gebäudesanierung wird für Dachdecker immer wichtiger, z. B. durch den Einbau von Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen auf dem Dach oder durch das Anbringen der Wärmedämmung an den Außenwänden. Foto: Ingo Bartussek/ stock.adobe.com

10.11.2025

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Solaranlagen die Stromrechnungen von Verbrauchern, Gewerbe und Industrie jedes Jahr um mehrere Milliarden Euro senken – mit steigender Tendenz.

Das auf die Energiewirtschaft spezialisierte Beratungsunternehmen Enervis hat im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) die Auswirkung von Photovoltaikanlagen auf den Börsenstrompreis analysiert. Die Energieexperten kamen zu dem Ergebnis, dass der Börsenpreis für Strom im letzten Jahr ohne Solarenergie um durchschnittlich 15 Prozent höher gewesen wäre. Insgesamt summierten sich die solaren Einsparungen für Verbraucher, Gewerbe und Industrie im Jahr 2024 auf rund 6,1 Milliarden Euro.

Zusätzlich werden Einnahmen aus dem Stromexport von 1,3 Milliarden Euro erzielt. Ein typischer Privathaushalt spart allein durch den bereits bestehenden Solaranteil im Strommix rund 50 Euro im Jahr. „Damit profitieren nicht nur die rund drei Millionen Haushalte mit eigenem Solardach von preiswertem Solarstrom, sondern alle Bürgerinnen und Bürger. Der solare Preisdämpfer an der Strombörse kommt inzwischen auch der Wirtschaft zugute“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Beispielsweise sparten industrielle Verbraucher mit zehn Gigawattstunden Stromverbrauch im letzten Jahr rund 120.000 Euro, errechneten die Autoren der Studie.

Der Anteil der Solarenergie am deutschen Strommix betrug 2024 rund 15 Prozent und soll sich in den nächsten zehn Jahren in etwa verdoppeln. Auch in den nächsten Jahren werden Solaranlagen die Strompreise für die Wirtschaft und Allgemeinheit weiter drücken. Der Enervis-Studie zufolge wird der Großhandelspreis für Strom allein durch den bis 2030 geplanten zusätzlichen Photovoltaikausbau im Jahr 2030 bereits um 21 Prozent gesenkt werden. 

Für Privathaushalte resultiert daraus eine jährliche Ersparnis von über 70 Euro und Industriebetriebe mit zehn Gigawattstunden Verbrauch werden um rund 180.000 Euro im Jahr entlastet.

Hinzu kommt die Vermeidung steigender Klimafolgekosten in Milliardenhöhe in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. pm