Volker Irle, Geschäftsführer der AMK – Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V., sagt: „Die Küche wird wieder stärker als Lebensraum geplant – ästhetisch reduziert, aber funktional reich. Der rote Faden: Systeme statt Einzelkomponenten, Ruhe statt Reizüberflutung.“
Geradezu sinnbildlich für Ruhe steht das japanische Design, in der minimalistischer Wohlklang das A und O darstellt. Japandi verbindet die japanische Reduktion mit skandinavischer Wärme. Übersetzt in Küchenplanung heißt das: feine Linien, zurückhaltende Formen, natürliche Oberflächen und ein ausgewogenes Verhältnis von offenen und geschlossenen Zonen.
Sand, Macchiato, Coffee
Naturtöne finden sich aber nicht nur in den Japandi inspirierten Küchen: 2026 wird eine warme, naturinspirierte Farb-Palette dominieren: Sand, Macchiato, Coffee, Taupe‑ und Greige‑Abstufungen. Sie beruhigen große Flächen, lassen Räume weicher wirken und funktionieren als verbindendes Element zwischen den verschiedenen Wohnzonen.
Arbeitsplatten, Rückwände und selbst ganze Kücheninseln in Naturstein-Optik verleihen dem Raum eine zeitlose Eleganz. Besonders gefragt sind Marmor, Schiefer und Granit in warmen, erdigen Farbtönen. Solche Oberflächen sind langlebig, pflegeleicht und zugleich äußerst stilvoll. In Kombination mit Holz und matten Oberflächen entsteht so eine moderne und dennoch gemütliche Atmosphäre, die Naturverbundenheit und luxuriöses Design perfekt vereint.
Warme, matte Oberflächen entfalten ihre Wirkung besonders, wenn harte Kanten vermieden werden. Sanfte Radien an Inselenden, Rundwangen und organische Abschlussfronten machen die Optik „wohnlich“, ohne die klare Ordnung aufzugeben. Rundungen entschärfen Volumen, reduzieren visuelle Härte – und sie fügen der Planungspalette für moderne Küchen ein neues Instrument hinzu. Außerdem schaffen sanfte Übergänge zwischen Küche, Essen, Wohnen. Sie funktionieren an Inseln, Hochschrankzeilen oder als Abschluss von Regalen.
2026 werden supermatte Fronten mit Anti‑Fingerprint in den Küchenstudios noch stärker vertreten sein: Schichtstoffe mit Soft‑Touch, niedriger Reflexion und hoher Strapazierfähigkeit ebenso wie optimierte Mattlacke reduzieren Pflegeaufwand spürbar. „Matt ist mehr als ein Look - die Oberflächen bringen durch verringerte Spiegelungen und weniger Spuren mehr Qualität für den Benutzer“, so Volker Irle. Und matte Oberflächen erobern nun auch weitere Bereiche der Küche. Gemeint ist das matte Kochfeld: tief-schwarze, matte Glaskeramik mit deutlich weniger sichtbaren Kratzern und gut lesbaren Anzeigen bringt Ruhe auch in die Technik. Auch Kochfelder mit integriertem Abzug mit mattem Finish adressieren Kratzresistenz und Fingerprints „Wichtig ist die Alltagstauglichkeit“, betont Volker Irle: „Matte Gläser müssen lesbar bleiben - genau hier haben die Hersteller technisch nachgelegt.“
Wasserplatz im Fokus
Der Wasserplatz wird als System geplant: Trinkwasser-Armatur (auch Sprudel), Abfall-/Recycling-Lösung Unterspül-Organisation in- und klusive Platz für CO₂-Zylinder und Filter bilden eine Ordnungseinheit. Vormontierte Rahmen-Systeme kombinieren Wasseraufbereitungstechnik, Abfallsystem und Organisation in einem robusten Tragrahmen.
Ergänzend wachsen Becken-Workstations in die XL-Breite, damit Vorbereiten, Abgießen und Reinigen parallel funktionieren. pm