Es war einmal...

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Es war einmal...

Märchenzeit: Kinder kriegen große Augen, Erwachsene lauschen gespannt - es sind tiefe und nachhaltige Eindrücke, die Menschen durch Märchen erfahren.

Beliebt seit Generationen: Heute stellen Märchen allerdings nur ein Angebot unter vielen im Bereich der Kinderund Jugendliteratur dar. Foto: Irina Schmidt/adobe stock.com

30.12.2025

Wussten Sie, dass Märchen eines der ältesten Güter unserer Kultur sind? Für Kinder bedeuten Märchen die erste Berührung mit Literatur. Erwachsene erinnern sich zeitlebens an sie. Märchen gehören zu den tiefsten und nachhaltigsten Eindrücken, die ein Mensch je erfährt.

Legenden, Fabeln, Sagen, Lügen- oder Tiergeschichten: Märchen sind vielseitig, uralt und der weitererzählte Schatz jeder Kultur. Durch die weltberühmte Sammlung der Brüder Grimm setzte sich die Bezeichnung „Märchen“ für solche Geschichten durch. Tatsächlich wurden Märchen ursprünglich nicht für Kinder, sondern zur Unterhaltung Erwachsener erzählt. Sie entstanden bei häuslichen Arbeiten oder an Winterabenden, im Orient auch in Cafés und auf öffentlichen Plätzen.

Märchen in Europa

Schon im 16. und 17. Jahrhundert schufen die Italiener Giovanni Straparola und Giovanni Battista Basile ganze Märchenzyklen. Die sogenannten Feenmärchen waren im Frankreich des 17. Jahrhunderts sehr beliebt als Unterhaltung für den Adel. Ab 1704 erschloss die Übersetzung der „Geschichten aus 1001 Nacht“ von Antoine Galland neue Märchenwelten. Bereits 1697 hatte Charles Perrault eine französische Märchensammlung vorgelegt, die im 18. Jahrhundert auch in Deutschland erschien. „Dornröschen“, „Rotkäppchen“ und „Der gestiefelte Kater“ gehen nachweislich auf seine Sammlung zurück. Die deutschen Romantiker und die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm erfassten den Reiz des mündlich überlieferten Erzählgutes. Sie erkannten darin die schöpferischen Kräfte eines Volkes – einen Kulturschatz, den es zu bewahren galt. Die Brüder Grimm weckten durch ihre Sammlung nicht nur das allgemeine Interesse an Märchen, sondern gaben auch den Anstoß zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit Märchen.

Sind Märchen für Kinder geeignet?

Viele Märchen enden zwar gut, können aber vor allem kleinen Kindern gehörige Angst einjagen. Ob es nun der böse Wolf ist, die Hexe, die im Wald wohnt und Kinder isst, oder die garstige Stiefmutter, die Schneewittchen vergiften will.

Für Kinderohren ist das alles ganz schön gruselig. Trotzdem gilt das Märchen heute als eines der wichtigsten Genres der Kinder- und Jugendliteratur.

Die Diskussion, ob Märchen gut oder schädlich für Kinder sind, ob sie die Fantasie der Kinder anregen oder Kinder mit ihrer übermächtigen, oft grausamen Welt verängstigen, ist immer wieder aktuell, aber auch schon sehr alt: Sie setzte unmittelbar nach Erscheinen der „Kinder- und Hausmärchen“ (1812/1815) der Brüder Grimm ein.

„Und wenn sie nicht gestorben sind...“

Heute stellen Märchen nur ein Angebot unter vielen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur dar. Insofern ist ihre einstmals dominante Stellung gebrochen.

Zumindest in Mitteleuropa gehören die Märchen der Brüder Grimm, von Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff und Ludwig Bechstein aber immer noch zum Grundstein der Kinderliteratur.

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