Die Frauen von Energie

60 Jahre - FC Energie Cottbus

Die Frauen von Energie

Rückblick auf mehr als drei Jahrzehnte Frauenfußballgeschichte in der Lausitz

Die Frauenfußballmannschaft des FC Energie Cottbus in der Saison 2025/2026 (v.l.n.r.): Hinten: Hanna Bramburger, Anika Bramburger, Hannah Hermann, Annalena Scholtissek, Marie Müller, Selma Wandke und Marie Olden; Mitte: Annika Höfner (Mannschaftsleiterin), Jana Müller, Anjali Neumann, Cynthia Schrobitz, Mareike Richter, Emma Zerback, Kaptänin Janin Schreiber, Vanessa Krieg, Antonia Thiele, Mylene Hetzke (Mannschaftsleiterin) und Trainer Nicky Marx; Vorne: Lilli Marlen Mahler, Lara Schmidt, Luise Wittig, Sarah Zwiebler, Jessica Junker, Maria Schulz, Meike Muntau, Wiktoria Wojnowska und Sarah-Luisa Lehmann. Nicht im Bild: Torschützenkönigin Thea Kuntze (siehe kleines Foto oben), Sophia Präusche, Maja Kuba, Lea Stephan, Emma Weber, Leonie Badack, Sarah Michelle Schultz sowie Torwart-Trainerin Kristin Schröder und Athletik-Trainer Tom-Malik Juckel Fotos: Steve Seiffert (FCE), T. Jurisch

31.01.2026

Nicht nur die Herren des FC Energie blicken auf eine lange Geschichte zurück. Seit immerhin schon 32 Jahren, und damit mehr als über der Hälfte der Zeit des Vereinsbestehens, gibt es auch sie: die Frauen von Energie. 

Für gewöhnlich ist es um sie vergleichsweise still innerhalb der Energie-Familie. Dabei brauchen sich die Amateur-Kickerinnen keineswegs zu verstecken, was ihr Engagement für den Verein und Liebe zum Fußballsport angeht. 

Fußball-Wurzeln in Branitz

Begonnen hatte alles mit Saisonstart 1993/1994, als die komplette Mannschaft des SV Eiche Branitz zum FC Energie Cottbus wechselte. Frauenmannschaften waren zur damaligen Zeit allgemein eher eine Seltenheit.

Die Damenauswahl des SV Eiche allerdings war eine der erfolgreichsten in der Region und stand hoch im Kurs. Als Meister der Bezirksliga Berlin (eine eigenständige Brandenburg-Liga gab es zu jener Zeit noch nicht) sicherten sich die Lausitzerinnen die Teilnahme in der Oberliga Nordost. 

Die goldenen Zeiten

Im Jahr darauf ging die Oberliga in die Regionalliga Nordost über. Frauenfußball wurde in Deutschland zunehmend bekannter, es gab die ersten Live-Übertragungen von Länderspielen im Fernsehen und in immer mehr Vereinen gründeten Frauen eine eigene Elf. 

Ab der Saison 1996/1997 lief es für die Cottbuserinnen sportlich zunächst weniger gut. Aber: Das Team kämpfte sich zurück in die höchste Spielklasse Brandenburgs und spielte nach der Jahrtausendwende wieder ganz oben mit: 2002, 2003 und 2008 holten die Energie-Frauen den Meistertitel, 2007 gelang ihnen sogar das Double aus Meisterschaft und Landespokalsieg. Es sollten die sprichwörtlichen „goldenen Zeiten“ der Vereinsgeschichte sein. Zum vorerst letzten Mal ging es für Lausitzerinnen im Jahr 2012 um die Landesmeisterschaft – dann leitet ein Umbruch in der Mannschaft inklusive Trainerwechsel erneut den Abstieg ein ... 

Ohne kontinuierlichen Nachwuchs im Kader waren zehn Jahre Kreisliga und Kleinfeld die Folge, begleitet vom stetig wachsenden Wunsch, endlich wieder auf das Großfeld zurückzukehren und „richtig“ Fußball spielen zu können. Eine kleine Gruppe enthusiastischer Cottbuserinnen setzte sich das Ziel, an die Erfolge der frühen 2000er Jahre anzuknüpfen. 

Also wurde kräftig die Werbetrommel gerührt und viel Überzeugungsarbeit geleistet: Neue Spielerinnen kamen ins Team, ein neuer Trainer übernahm die Mannschaft. 

Zurück in der Landesliga

Gemeinsam wagten die Energie-Frauen 2024/2025 erneut den Sprung in die Landesliga, der mit Platz vier am Ende der Saison mehr als gelungen war. Dieser Erfolg hat allen Beteiligten eine Menge abverlangt: Fleiß, Disziplin, lange Fahrten zu Auswärtsspielen, Niederlagen kassieren, analysieren und „wegpacken“, nicht aufgeben, Privates oft dem Teamgeist unterordnen und vieles mehr. 

Verstärkung gesucht!

Darüber hinaus ist der Frauenfußball insgesamt im Wandel und wird immer professioneller. In den höheren Spielklassen ist ein Ungleichgewicht entstanden, mit dem vor allem kleinere Vereine nicht mehr Schritt halten können. In den ländlichen Regionen ist zu beobachten, dass sich Vereine aufgrund des Mangels an aktiven Spielerinnen von Wettbewerben abmelden müssen oder sogar komplett auflösen, während in den Ballungszentren ein reger Zulauf herrscht. Dort ansässige Traditionsvereine haben das Potenzial des Frauenfußballs inzwischen erkannt und investieren teils beachtliche Summen in Sportstätten, Ausbildung und Kader. 

Die Fußballerinnen des FC Energie blicken heute voller Stolz auf ihre drei Jahrzehnte Vereinsgeschichte zurück. Wer mehr über die EnergieFrauen erfahren möchte und/oder vielleicht sogar Interesse hat, das Team als Spielerin aktiv zu verstärken, möge sich bitte melden! Kontakt per E-Mail: frauenfussball@fcenergie.com
pm/nc