Natürliche Geburten können etwas Wundervolles sein, bringen aber andererseits auch immer gewisse Risiken mit sich. Wer sich für die Entbindung in einem Geburtshaus entscheidet, kann auf eine ganzheitliche Betreuung setzen. Auf der Online-Plattform der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) sind die Vor- und Nachteile detailliert aufgezeichnet.
Was sind die Unterschiede?
Geburtshäuser verstehen sich als außerklinische Einrichtungen, die ausschließlich von Hebammen betrieben werden. Frauen, die in einem Geburtshaus entbinden, entscheiden sich bewusst für einen natürlichen Geburtsvorgang, der ohne medizinische Betreuung und ärztliches Personal durchgeführt wird. Auf die Geburt wird man hier möglichst ab dem Beginn der Schwangerschaft durch eine intensive Hebammenbetreuung vorbereitet, die auch nach der Niederkunft im Wochenbett noch weiter bestehen bleibt.
Vorteile der Geburt im Geburtshaus
Vor allem die langfristige Betreuung sehen viele werdende Mütter als entscheidenden Vorteil an. Hier ist man keine Patientin in einem Kreißsaal, sondern hat bereits monatelang ein enges Vertrauensverhältnis zu den Hebammen aufbauen können, die bei der Geburt dabei sind. Die betreuenden Hebammen legen außerdem besonders viel Wert auf eine natürliche Geburt ohne den Einsatz von Schmerzmitteln oder operative Eingriffe. Alternative Behandlungsmöglichkeiten – zum Beispiel Naturheilverfahren, Akupunktur, pflanzliche Mittel – werden dagegen in der Regel gerne angewendet. Die Geburt findet zudem in einer weniger klinischen Atmosphäre als in einem Krankenhaus statt. Ebenso wie Kliniken bieten Geburtshäuser die Möglichkeit zur Mitbestimmung der Position während der Entbindung (stehend, sitzend, mit Geburtshocker, in einer Gebärwanne). Im Geburtshaus ist ein ambulanter Aufenthalt der Mutter vorgesehen: Schon wenige Stunden nach der Geburt kann sie die Einrichtung wieder verlassen.
Risiken bei der Geburt im Geburtshaus
Eine natürliche Geburt birgt auch Risiken, auf die Schwangere vorbereitet sein sollten. Kommt es zu Komplikationen, muss die werdende Mutter für eine ärztliche Betreuung umgehend ins Krankenhaus gebracht werden. Ein weiterer Nachteil ist auch, dass es in der Regel eine lange Warteliste für einen Betreuungsplatz gibt, da viele Geburtshäuser nur begrenzte Kapazitäten haben. Wer in einem Geburtshaus entbinden will, sollte sich also in jedem Fall möglichst frühzeitig anmelden.
Wer trägt die Kosten?
Für die Geburt im Geburtshaus wird eine Betriebskostenpauschale für Aufwendungen erhoben, die in der Regel von der Krankenkasse übernommen wird. Privatpatienten sollten sich vor der Geburt über die möglichen Kosten informieren. aok.de