Geschenke besorgen, das Zuhause schmücken, die Feiertage vorbereiten, Weihnachtsfeiern und Jahres-End-Stress auf der Arbeit: In den letzten Wochen des Jahres ist die Liste der Aufgaben und Termine in vielen Lausitzer Familien besonders lang. Familien-Expertin Babett Kauschmann von den Sana Kliniken Niederlausitz gibt Tipps, wie Advent und Weihnachten entspannter werden und Zeit für die wirklich wichtigen Dinge bleibt. „In der Vorweihnachtszeit kommen zwei Dinge ungünstig zusammen. Zum einen spielt uns die Natur einen Streich: Es wird früher dunkel und dadurch entsteht das Gefühl, dass wir weniger Zeit haben. Zum anderen wächst der Erwartungsdruck – beruflich und innerfamiliär“, erklärt Babett Kauschmann, leitende Interaktionstherapeutin der Familienzentrierten Interaktionstherapie in den Sana Kliniken Niederlausitz. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen begleitet sie Familien während der fünftägigen stationären Therapien im Krankenhaus Lauchhammer.
Profi-Tipp Nummer 1: Alles auf den Prüfstand
Weihnachtsmarkt, Adventskonzert, Besuch bei Oma, Weihnachtsfeiern im Verein oder auf der Arbeit, Bastelnachmittag im Kindergarten, Gänsebraten und so weiter.
Viele Familien beuteln sich zu Veranstaltungen oder Traditionen, die scheinbar sein müssen“, weiß Babett Kauschmann und fügt hinzu: „Oft glauben wir, Dinge tun zu müssen, weil sie von uns erwartet werden. Da kann es hilfreich sein, einmal aufzuschreiben, welche Erwartungen im Raum stehen. Wenn dann alle stressenden Fremderwartungen herausgestrichen werden, bleiben meist gar nicht mehr so viele übrig.“ Um aus dem Erwartungskarussell auszusteigen und sich von Stressfaktoren zu lösen, rät die Therapeutin dazu, genau zu hinterfragen: Was ist uns als Familie wirklich wichtig?
Profi-Tipp Nummer 2: Gut geplant, weniger Stress
Wenn gemeinsam in der Familie besprochen wurde, was jedem im Advent und an den Festtagen wirklich am Herzen liegt und welche Rituale unbedingt dazugehören sollten, dann geht es ans Planen. „Was wichtig ist und wofür man sich Zeit nehmen möchte, sollte jede Familie ganz individuell für sich entscheiden. Vielleicht sind es Spielnachmittage, vielleicht ein Bummel über den Weihnachtsmarkt, vielleicht ein freier Vormittag am Adventssonntag für die Eltern, einen Tag im Schlafanzug bleiben und auf der Couch kuscheln, gemeinsam lesen oder spielen“, sagt die Expertin und rät dazu, sich ganz bewusst Qualitätszeit zu schaffen – frei nach dem Motto: Weniger ist mehr.
Profi-Tipp Nummer 3: Klar kommunizieren
Um Zoff unterm Weihnachtsbaum zu vermeiden oder Enttäuschungen vorzubeugen, hilft es, möglichst frühzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen. „Um niemandem vor den Kopf zu stoßen, kann man Oma und Opa diplomatisch sagen: ‚Wir wollen dieses Jahr mal was ausprobieren…‘ oder, Wir haben gemeinsam beschlossen, dass…. und würden uns freuen, wenn ihr das versteht‘“, erklärt die Therapeutin. Neue Rituale, wie lustiges Schrottwichteln statt kostspieliger Geschenkeberge oder die Entscheidung, alle etwas Leckeres zum gemeinsamen Brunchen statt Gänsebraten am Weihnachtstag mitzubringen, können den Stress für alle mindern und kommen vielleicht bei der ganzen Familie gut an.
Profi-Tipp Nummer 4: Fokus schärfen
Wer sich frühzeitig Gedanken über die Gestaltung der Vorweihnachtszeit und Festtage macht, der hat Zeit, um den Fokus zu schärfen. „Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens und der Besinnlichkeit, von Werten wie Bodenständigkeit und Nächstenliebe. Wir selbst haben es in der Hand, das Bewusstsein dafür zu schärfen“, betont die Familien-Expertin. pm/ari
Wintersonnenwende im Schrotholzhaus Lieske
Veranstaltung: Zur Wintersonnenwende am 21. Dezember laden die Betreiber des historischen Schrotholzhauses in Lieske (Dorfstraße 30, 03103 Neuseeland) ab 16.03 Uhr dazu ein, symbolisch das neue Licht zu begrüßen und gemeinsam den Winteranfang zu feiern. Das Haus ist an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Das über 300 Jahre alte Schrotholzhaus wurde seit 2017 umfassend saniert und kann nun wieder besichtigt werden. Begleitet wird der Nachmittag von einem stimmungsvollen Programm: Frau Holle, die Winterfrau und der Nikolaus schauen vorbei, Hausmusik sorgt für musikalische Untermalung, auf dem Hof wird gesungen und getanzt. Ein besonderer Höhepunkt ist das Verbrennen des Jul-Holzes. Besucher haben außerdem die Möglichkeit, Wünsche für das kommende Jahr auf Zetteln festzuhalten oder zu malen und diese anschließend dem Feuer zu übergeben. Für Kinder gibt es anschauliche Einblicke in frühere Weihnachtsbräuche, etwa wie einst Tannenbäume geschmückt wurden. Wunderkerzen sorgen dabei für leuchtende Augen. Ergänzt wird das Angebot durch handgefertigte Holzarbeiten und Produkte aus Alpakawolle. Speisen und Getränke, Yuole-Kuchen sowie gemeinsames Stockbrotbacken laden zum Verweilen und zu gemütlichem Beisammensein ein. pm/ar