Erinnerung an eine Tradition
Der Großvater nimmt jedes einzelne Lametta-Fädchen und legt es sorgsam über einen Zweig. Dunkelgrau und schwer liegen sie in unseren Kinderhänden, wenn wir dabei helfen dürfen. Meine Erinnerung an diese Zeremonie ist noch heute so klar, als sei es nicht Jahrzehnte her. Das Baumschmücken war magisch. Glaskugeln aus Lauscha und selbstgemachte Strohfiguren von Oma schienen uns wahre Schätze zu sein.
Nach dem Fest wurde alles wieder vorsichtig und sorgfältig verpackt. Das Lametta landete in einer alten Zigarrenschachtel. Faden für Faden wurde da hineingelegt. Jahr für Jahr wurde es wieder verwendet.
Früher war mehr Lametta in Mode
Bleihaltiges Lametta ist nicht mehr in Mode und das ist auch gut so. Denn Blei ist bekanntermaßen ein Umweltgift. Es ist an seinem höheren Gewicht und an der Bezeichnung „Stanniol“ zu erkennen. Daraus, dass es noch immer einige wenige Bezugsquellen für bleihaltiges Lametta gibt, kann man schließen, dass es noch Liebhaber gibt, die diesen Christbaumschmuck aus nostalgischen Gründen bevorzugen.
Aber: Diese Nostalgie hat ihren Preis, denn anfangs ziert das schön fallende Bleilametta die Weihnachtsbäume, anschließend gelangen die Glitzerfäden mit den Weihnachtsbäumen in Kompostier- oder Verbrennungsanlagen. Dadurch wird das giftige Blei in der Umwelt verteilt und kann entsprechend über den Luft oder den Nahrungspfad auch den Menschen erreichen.
Blei ist besonders für Kinder gefährlich, da es die Intelligenzentwicklung beeinträchtigen kann.
Bleilametta ist Sondermüll
Nicht alle gehen so sorgsam mit Bleilametta um, wie es zu Großvaters Zeiten üblich war. Und so hat diese Nostalgie ihren Preis: Anfangs ziert das schön fallende Bleilametta die Weihnachtsbäume, anschließend gelangen die Glitzerfäden mit den Weihnachtsbäumen in Kompostier- oder Verbrennungsanlagen. Dadurch wird das giftige Blei in der Umwelt verteilt und kann entsprechend über den Luft oder den Nahrungspfad auch den Menschen erreichen. Blei ist besonders für Kinder gefährlich, da es die Intelligenzentwicklung beeinträchtigt.
Das Umweltbundesamt rät dazu, auf bleihaltiges Lametta zu verzichten. Wenn es unbedingt Lametta sein soll, kann auf Alternativen aus Kunststoff oder Aluminium ausgewichen werden. Vorhandene Restbestände bleihaltigen Lamettas müssen als Sonderabfall entsorgt werden. pm/cr
(Quelle: www.umweltbundesamt.de )
Die Geschichte des Weihnachtsbaumes
Wissenswertes: Bereits im Mittelalter war es üblich, zu Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken. Den Überlieferungen zu Folge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt, festlich geschmückt mit Nüssen und Früchten. Naschen durften die Kinder allerdings erst an Neujahr, wo der Christbaum abgeschüttelt wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war es im Elsass Brauch, im Wohnzimmer zu den Weihnachtsfeierlichkeiten einen Baum aufzustellen und ihn mit Süßigkeiten, Nüssen und Äpfel zu schmücken. 1730 erhielten die Christbäume ihre ersten Kerzen. Die katholische Kirche war jedoch in früheren Jahren stets gegen Weihnachtsbäume, sie sah in den Weihnachtskrippen ein genügend aussagekräftiges Symbol für das Weihnachtsfest. Zu dem gehörten früher der Kirche große Waldgebiete, diese plünderte das Volk den Wald auf der Suche nach Christbäumen. Der Schriftsteller Friedrich Gerstäcker (1816- 1872) schrieb das Märchen „Wie der erste Christbaum entstand“, 1858 bei H. Costenoble, Jena, erschienen. Die Abbildungen zum Märchen zeigen bereits einen mit Glaskugeln geschmückten Baum.
In Berlin wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1785 aufgestellt. Der erste Weihnachtsbaum in Wien wurde im Jahr 1816 von Henriette von Nassau-Weiburg (Gattin des Erzherzog Karls) aufgestellt. www-weihnachten.de / cr