Kann ein falsches Geschenk zur Beziehungskrise führen?

Weihnachtsgrüße aus dem Spreewald

Kann ein falsches Geschenk zur Beziehungskrise führen?

Studie: Jedes zweite Geschenk hat zumindest schon mal für Streit gesorgt. Auch unerfreulich: Viele können sich kaum an ihre Geschenke aus dem Vorjahr erinnern.

Hoffentlich keine Geschmacklosigkeit: Eine Studie enthüllt, wie oft Geschenke nach hinten losgehen. Foto: Christin Klose/dpa-mag

22.12.2025

Denken Sie schon über passende Weihnachtsgeschenke nach? Warum auch - es sind ja noch ein paar Wochen Zeit, denken die einen. Wer bereits auf der Suche ist, sollte auf dem Schirm haben, dass „falsche“ Geschenke durchaus das Potenzial haben, Beziehungen zu beeinflussen. So ergab eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Appinio: 60 Prozent der Befragten wurden von Präsenten unterm Tannenbaum schon einmal bitter enttäuscht. Bei gut der Hälfte hat ein Geschenk bereits zu Streit geführt. Bei 56 Prozent hat ein unpassendes Geschenk sogar die Beziehung ins Wanken gebracht.

Erinnern Sie sich an das Geschenk aus dem Vorjahr?

Was die Umfrage im Auftrag des Onlineportals mydays unter 1 000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren noch ans Licht brachte: Nicht einmal die Hälfte der Befragten kann sich noch an alle Weihnachtsgeschenke aus dem letzten Jahr erinnern. Fast 49 Prozent erinnern sich nicht einmal mehr an alle Geschenke, die sie letztes Jahr selbst verschenkt hatten. Doch wie bleibt ein Geschenk im Gedächtnis? Es muss für die Befragten vor allem von persönlicher (56 Prozent) oder emotionaler Bedeutung (50 Prozent) sein, schon lange auf dem Wunschzettel gestanden (45 Prozent) oder überrascht haben (44 Prozent).

Nur jeder Fünfte nutzt Kl für Geschenk-Ideen

Also wie kommt man zum passenden Weihnachtsgeschenk? Trotz allgegenwärtiger KI will in diesem Jahr nur jeder Fünfte (20 Prozent). Künstliche Intelligenz nutzen, um Geschenke zu suchen. Immerhin 27 Prozent ziehen die Nutzung von KI-Tools in Erwägung, wohingegen gut die Hälfte (51 Prozent) die Suche via KI ausschließt. Könnte das am Alter liegen? Ja. Am meisten wird laut der Umfrage KI im Alter zwischen 18 und 24 Jahren (34 Prozent) als Ideengeber für Weihnachtsgeschenke genutzt, am wenigsten zwischen 55 bis 65 Jahren (8 Prozent).

Weiterverschenken? Damit sind Sie nicht allein

Fast zwei Drittel (61 Prozent) aller Befragten haben schon einmal ein Geschenk weitergegeben oder würden es in Erwägung ziehen. 36 Prozent würden das niemals tun. Die Gründe fürs Weiterschenken: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) gefällt das Geschenk nicht und 26 Prozent möchten sich die Ausgaben für ein neues Geschenk sparen.

Und was wird so weiterverschenkt? Die Hitliste:

- Süßigkeiten (31 Prozent)
- Dekoartikel (30 Prozent)
- Alkohol (28 Prozent)
- Bücher (27 Prozent)
dpa-mag

Kinder lieben weihnachtliche Magie

Wärme, Rituale und vertraute Routinen geben Kindern emotionale Sicherheit und Zugehörigkeit, erklärt die Entwicklungspsychologin Sina Gibhardt vom Humboldt Wissenschaftszentrum für Kindesentwicklung an der Universität Leipzig in einem Interview der Uni. Der Expertin zufolge ist Weihnachten ein passender Rahmen, um Verbundenheit zu stärken. Kinder würden zum Beispiel erleben, dass Zusammenhalt über die Kernfamilie hinausgeht. Die Begegnungen in der Weihnachtszeit bringen Kindern zudem näher, was Gemeinschaft bedeutet. So erfahren Kinder Zugehörigkeit, was wiederum „das emotionale Wohlbefinden und die seelische Gesundheit“ stärkt, wie Gibhardt sagt. Und auch typische Weihnachtsrituale, die viele Familien pflegen, vertiefen die Bindung in der Familie und schaffen wertvolle Erinnerungen.

Wird jedes Jahr gemeinsam der Baum geschmückt oder zusammen Plätzchen gebacken, vermittelt das Kindern Vertrautheit und Vorhersagbarkeit. Wichtig: Das muss für Eltern und Familien nicht heißen, dass sie rund um Weihnachten perfekte Erinnerungen für ihre Kinder schaffen müssen. „Beziehungen wachsen durch echte Begegnung – und auch durch das gemeinsame Bewältigen kleiner Krisen“, so Gibhardt im Interview. Kinder können der Psychologin zufolge rund um die Feiertage lernen, dass Verbundenheit auch aus herausfordernden Momenten wachsen kann. Sina Gibhardt gibt Familien nicht zuletzt eine Idee für ein Ritual in der Weihnachtszeit mit, das sich ganz einfach umsetzen lässt: Das Kerzengespräch. Dafür kann jeden Abend jedes Familienmitglied bei Kerzenschein kurz erzählen, wofür es heute dankbar ist. Das Ritual fördere Sicherheit, Reflexion und positive Emotionen. dpa